Fünf ist Trümpf

Ihr Lieben,

am 29.01. bin ich genau einen Monat in Neuseeland, vierzehn Tage Auckland (Nordinsel) und vierzehn Tage in Christchurch (Südinsel), mit Frankfurt und Sri Lanka dann schon fast zwei Monate unterwegs (unglaublich!).

botan.-Garten ChchHier in Chch hatte ich doch noch jene Art von Empfang, wie er mir trotz meiner beinausreißerischen Bemühungen im Vorfeld von Berlin aus in Auckland nicht vergönnt gewesen ist:
ich wurde am Flughafen sehr warmherzig von Diana in Empfang genommen, die ursprünglich aus Nürnberg stammt und mit ihrem NZ-Mann, den sie in Deutschland kennen gelernt hat, ihrer dreizehnjährigen Tochter Olivia, einem Bilderbuchhund Marke Struppi in groß namens Lilli und zwei duften Katzen, Sina und Sinus, beides Glückskatzen (dreifarbig) ein Haus am Stadtrand bewohnt, zehn Minuten vom hiesigen Strand entfernt.

botan.-Garten ChchDer Kontrast zu vorher konnte kaum krasser sein: hatte ich in Auckland direkt an einer der Haupt-Verkehrs-Schlagadern der Stadt gehaust, mit Feuerwehrstation links und Polizeistation rechts vom YMCA (gefühlte alle zwei Minuten von links oder rechts oder von beiden Seiten brüllende Sirenen „ueee weee weeee weee…“, wie man das aus ‚die Strassen von San Franzisco‘ kennt) in einem handtuchschmalen Zimmer mit Gemeinschaftsküche, -Duschen und -Toiletten, werde ich hier freundlich und familiär in eine Einliegerwohnung einquartiert, die mich ganz sprachlos macht.
Vor jeder Villa parken mindestens zwei Autos, auf den Strassen ist nix los, man sieht nur Katzen und mal einen Menschen mit Hund oder umgekehrt.
Ich bekomme ein riesiges Zimmer mit Fenstern an zwei von vier Wänden, einem Ankleidezimmer, das allein doppelt so groß ist wie das Handtuch, das ich vorher bewohnt habe, einem eigenen Bad mit einer überdimensional großen Badewanne mit Whirlpoolfunktion, separater Dusche und Toilette. Wow!

Darüber hinaus bin ich noch herzlich eingeladen, an den warmen Abendmahlzeiten teilzunehmen. Allerdings bin ich über den Ablauf sehr erstaunt: man isst mit dem Teller auf den Knien auf dem Sofa vor und mit dem Fernseher! Das ist Kiwi-Style, erläutert mir Diana, doch Kiwi-Style ist auch, sagen zu dürfen: nee, schönen Dank, darf ich mich mal an den Tisch im nächsten Raum setzen, das ist dann auch kein Problem.
Diana und ihr Mann Glenn kochen abwechselnd, je nachdem wer gerade Zeit hat, es ist immer gut und lecker und neu und großartig, so umsorgt zu werden. Mein Angebot, auch mal zu kochen, wird dankend abgelehnt. Die Geschmäcker Dreizehnjähriger und auch des Hausmannes seien so eigenwillig, erklärt Diana. Habe dann andere Wege gefunden, mich zu bedanken und zu beteiligen (hoffe ich doch, liebe Diana!), obwohl die Familie nichts von mir haben wollte!

Diana und ein guter Freund von ihr, Graham, haben mir dann am nächsten Tag Chch City gezeigt, immernoch ein extremes Bild der Verwüstung, das es durch die Erdbeben 2010/11 hier gegeben hat… Ich bin sehr vorsichtig mit Fotos, weil ich oft selber denke, dass ein Abbild des Sujets das wahre Ausmaß nicht zu transportieren vermag.
Glaubt mir einfach, liebe Freunde, es ist immernoch grauenhaft!!!
Werde jedoch ab jetzt doch mehr Fotos machen, versprochen, liebe Angelika..

Dann haben mich Diana und Graham abends zum Tanzen mitgenommen, was dreimal in der Woche stattfindet, kostenlos auf Initiative mehrerer Tanzschulen hier. SALSA!

Nun ja, ich kann Freestyle, habe nur mal sporadisch mit Angelika eine Tanzschule besucht, trotzdem war das toll!

teure KirschenKaum hatte ich mich akklimatisiert, musste ich schon wieder fort, weil Dianas Familie neuen Besuch erwartete. Was jetzt?

Pünktlich dazu kam eine Mail von Carin, einer wunderbaren Frau, die 25 Jahre in NZ gelebt hat und nach Deutschland zurückgekehrt ist, und die ich in Berlin kennen lernen durfte. Sie schrieb mir: “ Treffe Christel, sie ist auch aus Deutschland und eine liebste Freundin von mir!“

teure KirschenDas haben wir gemacht, und nun befinde ich mich auf der Veranda vor Christels Haus.
Der tagsüber aufgewärmte Boden der Terrasse erwärmt meine Füße, ich freue mich unsäglich, hier sein zu dürfen! So hangele ich mich von Ast zu Ast…

Ach, noch zu den Fotos: hier habe ich die teuersten Kirschen meines Lebens gekauft (18 Dollar für ein Kilo…! Christel und ich dachten, das sei wirklich fotoreif…)

Alles Liebe,

*Antje

4 Kommentare zu “Fünf ist Trümpf

  1. Hahaha. Also gibts Kirschen nicht fürn Appel und en Ei…Wo ist dieses Foto? Vielleicht gibt es den Hummer umso billiger, Kopf hoch.

  2. Liebe Antje, hört sich alles gut an, mitten im Leben schöne Erfahrungen und dann bei diesem guten Wetter, Grüße, Peter

  3. Hallo Antje
    Ich grüsse dich woimmer du auch bist. Ich lese deine Berichte aus der Ferne mit
    Spannung und Interesse. Ein Erlebnisbericht in Fortsetzungen, bin gespannt wie
    es weitergeht! Denk dran: Das Ziel ist oft im Weg, möglicherweise.
    Liebe Grüsse an dich aus Berlin von
    Harald

  4. Liebe Antje, jetzt hab‘ ich erst herausgefunden wie man einen Kommentar schreibt. Als ich gerade schaute, ob es etwas Neues von dir gibt. Ich freue mich so für dich, dass du nun auch die schönen Seiten deiner Reise genießen kannst. Für die bisherigen Pannen hatte ich echt Riesenmitgefühl mit dir, aber du hast die Hürden ja meisterhaft genommen. Toll und weiter so.
    Lass es dir so richtig gut ergehen. In Berlin scheint die Sonne bei 7 Grad…
    Bis bald, alles Liebe Marion
    (hab dir meine neue Homepage aufgeschrieben…)

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